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2019년07월01일 00시00분 82
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Ein Tag mit Ji Young in der Akademie Klausenhof
Spannhake, Barbara - Akademie Klausenhof


Heute ist Ji Young schon um sechs Uhr aufgestanden. Es ist zwar noch ein bisschen kalt, aber schon hell draußen, und sie möchte vor dem Deutschunterricht gerne noch ein Stück durch die Dingdener Heide laufen. Sie hat sich eine Route von ungefähr vier km ausgesucht. Da kann sie die Morgenluft atmen und heute dürften auch Nebelschwaden von der Erde hochziehen, was besonders schön ist. Wenn sie Glück hat, sieht sie ein paar Brachvögel. Die Dingdener Heide ist nämlich nicht nur ein Natur- sondern auch ein Vogelschutzgebiet, das hat sie auf einer der Informationstafeln des NABU gelesen. Die Bedeutung der Worte musste sie hinterher im Wörterbuch nachschlagen, aber sie ist stolz, sich diese langen Worte gemerkt zu haben.

 

Ji Young kommt aus Busan und möchte gern in Deutschland Textil-Design studieren. Deshalb lernt sie in der Akademie Klausenhof in Hamminkeln-Dingden Deutsch. Die Einrichtung für Erwachsenenbildung war ihr von Freunden empfohlen worden, die auch hier Deutsch gelernt haben und die ihr das Leben dort beschrieben haben: man lernt nicht nur Deutsch, sondern man kann auch ein Zimmer auf dem großen Campus buchen, dazu gibt es drei Mahlzeiten: Frühstück, Mittag- und Abendessen, so dass man sich um nichts kümmern muss.

Nach dem Lauf duscht sie, dann packt sie ihre Bücher und Mappen für den Unterricht zusammen und räumt schnell ihr Zimmer auf. Zweimal in der Woche machen die Damen vom Reinigungsservice der Akademie Klausenhof sauber, aber ihr Bett muss sie natürlich selbst machen. Außerdem schämt sie sich vor den Damen, wenn ihr Zimmer zu unordentlich ist.

 

Dann geht sie frühstücken: heute gibt es wieder Rührei und gebratenen Schinken wie in einem europäischen Hotel, das liebt sie. Auch die Brötchen sind stets frisch und knusprig und dazu nimmt sie hausgemachte Marmelade, manchmal aber auch Wurst- oder Käseaufschnitt.

 

Das Essen in der Akademie Klausenhof ist typisch deutsch, von asiatischem Reis, Reiskuchen und von Kimchi träumt Ji Young seither manchmal. Die Deutschen essen morgens und abends vor allem Brot und Aufschnitt, mittags ist es dann eine gekochte Mahlzeit, die sehr komisch ist. Man startet mit einer Suppe, die für Ji Youngs feine Zunge allerdings ein bisschen zu salzig ist. Die Lehrerin hat erklärt, dass eine salzige Suppe bedeutet, die Köchin sei verliebt. Demnach müssen deutsche Köchinnen anscheinend immer verliebt sein. Einmal haben sie im Kurs aber auch über Scheidungsraten in Deutschland gesprochen.

 

Ji Young hat lange gegrübelt, wie das zusammenhängen kann: entweder sind Köchinnen besonders glücklich verheiratet und sehr lange in den Ehemann verliebt oder sie sind besonders unbeständige Wesen. Sie ist jetzt viereinhalb Monate im Klausenhof und zumindest waren die Köchinnen immer dieselben. Als Hauptgang, so nennen die Deutschen den wichtigsten Teil der Speisenfolge, gibt fast jeden Tag Fleisch und oft wird es in großen Stücken zubereitet und serviert. Na ja, in Deutschland ist Essen offenbar nicht so wichtig wie Arbeiten. Einmal in der Woche gibt es Fisch, auch der wird nicht so wie in Korea zubereitet. Wenn wir Koreaner von getrocknetem Fisch oder gar von Algen schwärmen, verdrehen die Deutschen die Augen. Abends gibt es dann neben Brot, Aufschnitt und Salaten auch immer etwas Warmes: Pizza, Frühlingsrollen, Hackfleischbällchen und gebratene Kartoffelschnitze oder Reis mit Gemüse. Das deutsche Essen ist viel kalorienreicher als das koreanische, und Ji Young hat zugenommen, glaubt sie.

 

Beim Frühstück setzt sich Ji Young zu Yoon-sung, der erst eine Woche im Klausenhof ist. Alle zwei Monate beginnt ein neuer Kurszyklus im Klausenhof, aber Yoon-sung ist eine Woche später angereist und hat die Begrüßung, die Einstufung und die Hausführung mit der Fachbereichsleiterin verpasst. Die Begrüßung ist immer sehr lustig und die Hausführung kann man gut verstehen, auch wenn man kein Deutsch spricht. Die Fachbereichsleiterin spricht mit viel Pantomime und Gestik wie im Theater. Einen Einstufungstest absolvieren alle neu angekommenen Teilnehmer1), die Vorkenntnisse haben: dann muss man einen dreißigminütigen schriftlichen Teil absolvieren und ein Gespräch mit der Fachbereichsleiterin führen. Yoon-Sung hat schon in Korea ein bisschen Deutsch gelernt, aber er beginnt noch einmal von vorne und er stellt fest, dass der Unterricht in Korea ganz anders war als der Unterricht hier in Deutschland.

 

Alle sprechen nur Deutsch, vor allem die Lehrerin. Am Anfang ist es richtig schwer, zu verstehen, was sie und die anderen Leute im Klausenhof sagen, zu antworten ist noch schwerer. Nun möchte Yoon-sung Wäsche waschen und er möchte nicht so gern allein zur Rezeption gehen und fragen, obwohl die Damen immer ganz nett lachen und freundlich zu ihm sind. Ji Young erklärt ihm, wo die Waschmaschinen stehen und dass er einen Schlüssel und Waschpulver benötigt. Sie weiß auch, dass er für den Schlüssel Pfand hinterlegen muss. Für Wasser und Energie muss er noch einmal drei Euro bezahlen, das geht. Sie verspricht, am Nachmittag nach dem Unterricht mit ihm zur Rezeption zu gehen. Sie unterhalten sich lange, auf Koreanisch natürlich: Yoon-sung möchte seinen Master in Maschinenbau in Deutschland machen und er hat die Adresse der Akademie Klausenhof von seiner Lehrerin in Seoul erhalten. Natürlich sprechen sie Koreanisch, nur wenn die Fachbereichsleiterin vorbeikommt, wechseln sie schnell in ein Deutsch für Anfänger, weil die Fachbereichsleiterin bei der Begrüßung gemeint hat, Koreanisch zu sprechen koste fünf Euro pro Wort, es ist natürlich nur ein Spaß, aber eigentlich hat sie recht: nur wer übt, kommt weiter.

 

Inzwischen ist es zwanzig Minuten nach acht und sie müssen sich beeilen, um halb neun beginnt der Deutschunterricht. Beide räumen schnell ihr Geschirr ab und rennen los.

 

Im Deutschunterricht startet die Lehrerin gleich mit der Aufforderung an Cédric, seinen kleinen Vortrag über neueste Nachrichten in aller Welt zu präsentieren. Cédric kommt aus der Schweiz und spricht Französisch als Muttersprache. Nächsten Dienstag ist Ji Young dran, sie wird eine Nachricht aus Korea präsentieren.

Sechs Stunden am Tag ist Deutschunterricht. Eine Stunde dauert 45 Minuten, kurz eigentlich und trotzdem anstrengend. Im Unterricht wird nur Deutsch gesprochen. Bei manchen Lehrerinnen darf man das Wörterbuch nur dann benutzen, wenn die Lehrerin dazu aufgefordert hat. Der Unterricht geht jeden Tag von 08:30 bis 10:00h, weiter geht es von 10:15 bis 11:45h im zweiten Block. Um 12 Uhr ist Mittagessen, alle Sprachkursteilnehmer treffen sich im Speisesaal und es geht ziemlich laut zu. Auch andere Gruppen essen dann zu Mittag. Manchmal kommen deutsche Teilnehmer auf die internationalen Gruppen zu und möchten wissen, woher die einzelnen kommen und was sie in Deutschland machen wollen. Nach dem Mittagessen hat man ein bisschen Freizeit, die kann man nutzen, um zuhause anzurufen, es ist die beste Zeit, wenn man die Freunde oder die Eltern erreichen möchte.

 

Um ein Uhr geht der Unterricht weiter bis 14:30 Uhr, heute hat die Lehrerin einen kurzen Film angekündigt.

 

Nach dem Unterricht geht Ji Young gern in die Bibliothek und liest in einer der Zeitungen. Das ist schwer und man muss mit kleinen Artikeln anfangen, oder sie leiht sich einen Film aus. Heute möchte sie sich von den Bibliothekarinnen beraten lassen, denn sie sucht eine Übungsgrammatik für Fortgeschrittene. Manchmal schläft sie nachmittags auch erst einmal ein bisschen und ab vier Uhr macht sie sich an die Hausaufgaben, die sie um 18:00 Uhr unterbricht, weil es Abendessen gibt. Am Abend schaut sie manchmal einen Film im Internet oder den, den sie sich in der Bibliothek ausgeliehen hat, trifft die Freunde im Heidekeller, einer Bar im Klausenhof.

 

Wenn am Samstag kein Unterricht ist, schläft sie lang und fährt nachmittags mit ihren neuen Freundinnen nach Bocholt zum Shoppen. Am letzten Wochenende waren sie zusammen in Düsseldorf, der Landeshauptstadt. Nächsten Sonntag steht eine Exkursion nach Amsterdam im Programm der Akademie Klausenhof. Einmal im Turnus gibt es eine größere Veranstaltung, eine Exkursion oder ein Spiel, wie zum Beispiel eine Schnitzeljagd, bei der man in kleinen Gruppen von Station zu Station läuft und etwas herausfinden muss, wobei schlussendlich die Gruppe mit den meisten richtigen Ergebnissen gewinnt; oder der Klausenhof organisiert einen bunten Abend, an dem die Teilnehmer der einzelnen Kurse gemeinsam etwas vortragen. Im nächsten Turnus soll es ein Konzert mit Mi Jin geben. Mi Jin will in Deutschland Geige studieren und bewirbt sich gerade. Jeden Nachmittag übt sie in ihrem Schulungsraum. In zwei Monaten, das hat sie versprochen, will sie in der Akademie Klausenhof ihr erstes Konzert in Deutschland geben: natürlich in der Akademie Klausenhof: „Das ist eine gute Übung“, sagt sie und nimmt die Herausforderung sportlich. Selbstverständlich wird Ji Young das Konzert besuchen und Mi Jin mit viel Applaus würdigen.

 

Ji Young besucht jetzt den dritten Kurs in der Akademie Klausenhof. Sie hat bei null angefangen und zwei Monate später die telc-Prüfung Start Deutsch A2 bestanden, nach weiteren zwei Monaten hat sie die telc-Prüfung Zertifikat Deutsch B1 abgelegt, die Ergebnisse liegen leider noch nicht vor, aber sie ist zuversichtlich, denn auch das hausinterne Zeugnis der Akademie Klausenhof, das die Teilnehmer am Ende jedes Zwei-Monatskurses erhalten, hat ihr gute Leistungen bescheinigt. Nun lernt sie im Folgekurs B1+, an dessen Ende sie mit der telc-Prüfung Zertifikat Deutsch B1 Beruf abschließen will. Jeder Zwei-Monatskurs endet mit einer dem Kursniveau entsprechenden telc-Prüfung. Die Prüfungen sind national in Deutschland und international anerkannt, so hat sie am Ende ihres Kurses ein wichtiges Dokument in der Hand.

 

Für die Akademie Klausenhof hat sie sich nicht nur aufgrund der Empfehlung ihrer Freunde entschieden, sie hat auch die Preise vieler verschiedener Anbieter verglichen, und da ist der Klausenhof eigentlich recht günstig, denn hier bekommt man eben auch rundherum viel Service: Unterkunft, Verpflegung, die Bibliothek und die Mitarbeiterinnen kümmern sich auch um die Anmeldung bei der Stadt und um die Verlängerung des Visums. Wenn man keine internationale Krankenversicherung hat, kann man über die Akademie Klausenhof eine günstige Privatversicherung abschließen. Der ganze Service hat Ji Young überzeugt, sie kann heute, nachdem sie den Sprung selbst gewagt hat, die Akademie Klausenhof auch aus eigener Erfahrung ohne Bedenken weiterempfehlen.

 

Weitere Informationen zu Deutschkursen in der Akademie Klausenhof erhalten Sie unter: www.akademie-klausenhof.de oder besuchen Sie uns, liebe Leserin, lieber Leser, und feiern Sie mit am 6. Juli 2019 zum Tag der offenen Tür in der Akademie Klausenhof!

 

1) Die Deutschen müssen alles „gendern“, wie Sie sagen. Das heißt, sie müssen stets männliche und weibliche Formen angeben, wenn Menschen gemeint sind. Manchmal finden sie eine neutrale Form für alle Geschlechter, wie „Teilnehmende“, das ist ein substantiviertes Partizip I, eine komplizierte grammatische Form. Oft können sie solch ein Substantiv aber nicht bilden und dann greifen Sie zu Schreibungen wie Teilnehmer/innen, TeilnehmerInnen, Teilnehmer_innen oder Teilnehmer*innen. Warum es so viele Schreibweisen gibt, hat Ji Young bis heute keiner erklären können, aber vielleicht ist das so wie mit den unterschiedlichen Transkriptionen koreanischer Namen in die lateinische Schrift, die zu erklären ja auch nicht einfach ist.

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