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2019년06월17일 00시00분 79
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Mit Deutschkursen fr Koranerinnen und Koreaner fing alles an!
- Spannhake, Barbara - Akademie Klausenhof

Min Kyu (24) war vor vier Jahren schon einmal in der Akademie Klausenhof und hat erste Deutschkenntnisse erworben. Nun hat er sich entschlossen zurück nach Deutschland zu kommen und eine Ausbildung zum Industriemechaniker zu machen. In Düsseldorf hat er eine kleine Wohnung gefunden, die er nach dem Kurs beziehen wird. Darauf freut er sich und auf seine neuen deutschen Freunde. Er möchte ewig in Deutschland bleiben. Einzig, dass man in Deutschland immer Termine machen muss, gefällt ihm nicht. In Korea werde man überall und jederzeit sofort beraten und bedient.
 
Doo Hyung (19) ist auf Wunsch seiner Eltern in Deutschland; sie folgen einer Empfehlung ihres besten Freundes, der selbst in Deutschland Klavier studiert hat und heute Musikprofessor in Korea ist, der sagt, deutsche Autos seien die besten Autos der Welt. Deshalb wünschen sich Doo Hyungs Eltern, dass er Autodesign studiert.
 
Seung Hyun (20) möchte Klavier studieren, am liebsten in Berlin oder Stuttgart; deutsche Musikhochschulen seien berühmt und sehr gut, sagt sie. Seit 14 Jahren spielt sie mit großer Disziplin, sie übt täglich fünf bis zehn Stunden, um ihrem Ziel, eine Virtuosin am Klavier zu werden, näher zu kommen. Selbstverständlich ist ein deutscher Komponist ihr Lieblingskomponist: Johannes Brahms, den möchte sie auch bei der Aufnahmeprüfung vortragen.
 
Hyu Jin hat sich ebenfalls für die Kunst entschieden: sie möchte an einer Kunsthochschule studieren: Berlin oder Düsseldorf sind ihre Favoriten. In Korea gebe es viele Regeln in der bildenden Kunst, in Deutschland könne man freier arbeiten. Das gefällt ihr. Inzwischen hat sie für die Bewerbung eine umfangreiche Mappe mit Studien zusammengestellt: „Man kann schicken, was man möchte, aber es müssen 20 Bilder sein. Der Klausenhof ist ihr von ihrem koreanischen Kunstlehrer empfohlen worden, er hat ihr auch bei der Zusammenstellung der Mappe geholfen.
 
Daesung (22) wird eine Ausbildung zum Gitarrenbauer absolvieren, er hat eine Ausbildungsstelle in Zwickau bekommen. In Korea sind Gitarrenbauer selten und auch im Instrumentenbau sei Deutschland spitze. Ursprünglich hat ihm der Ton der Geige gefallen, aber nachdem er die Gitarre entdeckt hatte, wusste er, dass die Gitarre sein Fach ist. In den Klausenhof ist er gekommen, weil hier alles gut organisiert ist und man sich um gar nichts zu kümmern braucht. Außerdem gefällt ihm die Landschaft drumherum.
 
Mi na (22) hat schon im Gymnasium Deutsch gelernt, sie fand Deutsch zu lernen von Beginn an interessant. In Korea hat sie Philosophie studiert und eine Masterarbeit über den Buddhismus verfasst. Jetzt möchte sie in Deutschland Fotographie studieren: Leipzig, Berlin oder Düsseldorf, sie weiß es noch nicht. Vom Klausenhof hat sie von Ihrem Professor gehört, er hat ihr empfohlen, hier weiter Deutsch zu lernen. Im Unterschied zu anderen Koreanern hat sie mit deutschem Essen kein Problem, Kim Chi liebt sie sowieso nicht. Brot und Pommes treffen ihren Geschmack weitaus besser.
 
Eine Gruppe junger Koreanerinnen und Koreaner hat sich in meinem Büro getroffen. Alle erzählen von sich und ihren Motiven, nach Deutschland zu gehen. Wir sprechen auch darüber, was ihnen in Deutschland gefällt und was nicht. Auf meine Fragen, wie ich ihren Namen schreiben soll und warum ich einmal einen Bindestrich, ein anderes Mal nichts zwischen die beiden Silben setzen soll, manchmal die zweite Silbe mit kleinem, manchmal mit großem Buchstaben beginnt, mancher Name sogar zusammengeschrieben wird, lachen sie nur, sie haben sich längst an die unterschiedlichen lateinischen Transkriptionen gewöhnt und ahnen, dass ich ihren Erklärungen nicht folgen kann: dazu müsste ich wohl Koreanisch verstehen können und viel mehr über das Land, seine Geschichte und seine Kultur wissen.
 
Dass Koreanerinnen und Koreaner in der Akademie Klausenhof Deutsch lernen, hat nicht nur eine lange Tradition, vielmehr stellen die Deutschkurse für diese Gruppe den Beginn der Deutschkurse im Klausenhof überhaupt dar, deren Durchführung sich heute ein ganzer Fachbereich in der Einrichtung für Erwachsenenbildung am Niederrhein widmet.
 
Schon in den 60er Jahren wurden Menschen aus Korea in Deutschkursen auf ihren beruflichen Einsatz in Deutschland vorbereitet. Im Rahmen des „Programms zur vorübergehenden Beschäftigung von koreanischen Bergarbeitern im westdeutschen Steinkohlenbergbau“ kamen ab 1963 Bergleute und sogar schon von 1955 an bis 1971 auf private Initiative vor allem von kirchlichen Krankenhäusern Krankenschwestern zur Ausbildung nach Deutschland. Ab 1971 dann wurden infolge eines Abkommens zwischen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Korea Overseas Development Corporation (KODCO) bereits ausgebildete Krankenpflegerinnen für Deutschland angeworben, weil schon damals in diesen Bereichen Fachkräfte fehlten. In der Regel erhielten sie drei- bis fünfjährige Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen, die unter bestimmten Umständen verlängert werden konnten.
 
Von 1966 bis 1975 lernten koreanische Krankenpflegerinnen oder Auszubildende aus Korea in der Akademie Klausenhof Deutsch; zunächst wurden die vierwöchigen Kurse von den Krankenhäusern in katholischer und evangelischer Trägerschaft als den zukünftigen Arbeitgebern bzw. Ausbildungseinrichtungen finanziert, Anfang der 70erJahre übernahm die Deutsche Krankenhausgesellschaft die Kosten, 1973 schließlich übernahm das damalige Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA) die Verantwortung für Programm und Kosten.
 
Da viele der zu uns kommenden KoreanerInnen christlich geprägt waren, ergab sich die Wahl der Akademie Klausenhof als einer katholischen Einrichtung gleichsam natürlicherweise. Außerdem war Nordrhein-Westfalen mit seinen Kohlerevieren neben Hessen das Hauptzuzugsgebiet für Bergleute.
 
Mit der Wirtschaftskrise in Europa, die Deutschland in besonderem Maße traf, fiel die erste Entlassungswelle nicht zuletzt auf Migrantinnen und Migranten, deren meist auf drei Jahre befristete Aufenthalts- und Arbeitsvisa abliefen.
 
Hier sah sich die Bundesrepublik Deutschland in der besonderen Verantwortung und beauftragte die Akademie Klausenhof im Jahr 1976 über das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) mit der Gestaltung, Organisation und Durchführung von Reintegrationskursen, vor allem für Bergleute, damit sie als qualifizierte Fachkräfte in ihrer Heimat Südkorea nicht nur eine Perspektive finden, sondern auch die wirtschaftliche und technologische Entwicklung des Landes unterstützen können. Diese Kurse wurden in enger Absprache mit dem koreanischen Arbeitsministerium entwickelt, auf deutscher Seite waren die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung und die Firmen Siemens und Flender in Bocholt beteiligt.
 
Zwischen 1976 und 1982 wurden daher Bildungsangebote für rückkehrwillige Koreanerinnen und Koreaner eingerichtet und durchgeführt, deren Ziel es war, Koreaner und Koreanerinnen auf eine Rückkehr in ihr Heimatland vorzubereiten. Sie sollten eine Ausbildung zu Ausbildern erhalten, um in Berufsbildungszentren, die in Korea nach dem Vorbild der dualen Ausbildung gegründet werden sollten, zu unterrichten, zum Beispiel als Industriemechaniker. Oder sie wurden Fremdsprachenkorrespondentinnen für Deutsch und Englisch. Die Ausbildungsgänge dauerten zwischen 18 und 22 Monaten und endeten mit einer Abschlussprüfung vor der IHK im Fachgebiet. Die Bergleute konnten nach einer sechsmonatigen arbeitspädagogischen Zusatzausbildung außerdem die Prüfung nach der Ausbildereignungsverordnung ablegen.
 
1978 kehrten die ersten Koreaner in ihre Heimat zurück. Allerdings verringerte sich die Rückkehrbereitschaft schon 1980 deutlich angesichts des Aufstandes in Gwangju und dessen Niederschlagung durch die Militärregierung. Nach der Ermordung des damaligen Präsidenten Park 1982 endete das Programm. Insgesamt haben neun ehemalige Krankenschwestern die Akademie Klausenhof und Deutschland als Fremdsprachenkorrespondentinnen für Deutsch und Englisch und 106 ehemalige Bergleute als Mechaniker, Maschinenschlosser oder als Elektrogerätemechaniker, von denen 88 im Anschluss an ihre Facharbeiterausbildung zu Instruktoren weitergebildet worden waren, Richtung Korea verlassen.
 
Andere sind geblieben, weil es sich „einfach so“ ergeben hat, weil sie einen deutschen Partner bzw. eine deutsche Partnerin geheiratet haben oder weil sie nicht mehr nach Korea zurückkehren wollten und Deutschland inzwischen, wenngleich teils nach langen Kämpfen bereit war, den Koreanerinnen und Koreanern eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis zu erteilen. Daher hat sich bis heute eine große koreanische Gemeinde in Deutschland etabliert, deren Mitglieder immer mal wieder jüngeren Verwandten, die nach Deutschland kommen möchten, die Akademie Klausenhof als erste Station empfehlen.
 
Seither nämlich haben sich viele hundert Koreanerinnen und Koreaner in der Akademie Klausenhof auf einen neuen Lebensabschnitt vorbereitet, die meisten, um Deutsch für ihre Ausbildung, ihr Studium oder die Arbeitsaufnahme in Deutschland zu lernen.
 
Eine weitere, neue Facette der Geschichte der Koreanerinnen und Koreaner in der Akademie Klausenhof repräsentieren Hunsung (39) und Yeong-A (51): die beiden studierten Germanistinnen haben kürzlich eine Fortbildung „Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte im Bereich Deutsch als Zweitsprache“ besucht, die die Akademie Klausenhof im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durchführt. Sie möchten nämlich Deutschlehrerinnen in Integrationskursen werden, um Migrantinnen und Migranten auf ihre berufliche und soziale Integration in Deutschland vorzubereiten.
 
Umgekehrt sind auch die Kolleginnen und Kollegen in der Akademie Klausenhof darauf vorbereitet, das die koreanischen Teilnehmenden andere Gewohnheiten und Bedürfnisse mitbringen: die Lehrkräfte kennen vor allem die phonologischen Hürden, die Koreanern die Aussprache des Deutschen so schwer machen, die Kolleginnen in der Küche versuchen, den Salzanteil in Suppen zu reduzieren und den Reis „koreanischer“ zu kochen und die Damen in der Bibliothek wissen, welche Filme den koreanischen Teilnehmenden am besten gefallen. Tatsächlich sind Teilnehmende aus Korea in der Akademie Klausenhof nicht mehr wegzudenken.
 
Genaueres über die Akademie Klausenhof erfahren Sie in der nächsten Ausgabe und besuchen Sie uns, liebe Leserin, lieber Leser, und feiern Sie mit am 6. Juli 2019 zum Tag der offenen Tür in der Akademie Klausenhof!
 
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